Die Orgel in St. Joseph - Geschichte und Disposition

 

1894 – Ein Jahr nach dem Bau der neugotischen Pfarrkirche in Weidenau wurde durch die Firma Clewig, Fulda, eine neue Orgel mit folgender Disposition aufgestellt:

Hauptwerk: Bordun 16´, Prinzipal 8´, Viola di Gamba 8´, Hohlflöte 8´, Octave 4´, Flöte 4´, Octave 2´, Mixtur 4f. 2 2/3´

Positiv: Geigenprinzipal 8´, Lieblich Gedackt 8´, Salicional 8´,
Flaute traverso 4´

Pedal: Violonbaß 16´, Subbaß 16´, Octavbaß 8´, Violoncello 8´

System: “nach dem alt-ehrwürdigen Schleifladen-System”
Spielhilfen: Pedalkoppel, Manualkoppel
(Angaben aus: Hermann J. Busch, Die Orgeln des Kreises Siegen)


1905

Das erste Instrument wurde nach Grüne bei Iserlohn an die dortige katholischen Filialkirche für 2.000 Mark verkauft und durch einen Neubau der Firma Franz Eggert, Paderborn, ersetzt.

Aus dem Archiv der Pfarrei St. Joseph:
„Die neue Orgel wurde auf Grund der genehmigten Disposition und Kostenrechnung (9827,10 M) von der Firma Eggert in Paderborn ge-baut und Anfangs Juni 1905 auf der neuen Orgelbühne aufgestellt. Das Werk ist pneumatisch eingerichtet, zweiteilig mit zwischenste-hendem Spieltisch. Es hat elektrischen Antrieb, der von der Firma Kuhlo in Herfort zum Preis von 1000 M eingerichtet ist und tadellos funktioniert.“

Das Gutachten von Prof. Dr. Hermann Müller schließt:
„Das schöne, in allen Teilen sauber und solide gearbeitete Werk, das mit seinen trefflichen Solostimmen, mit seinem Reichtum an 
den verschiedensten Klangkombinationen, mit seiner pompösen Kraft und majestätischen Fülle des pleno organo auch sehr hochgespannte, künstlerische Anforderungen vollauf befriedigt, ist eine herrliche Zierde des stimmungsvollen, schmucken Weidenauer Gotteshauses.“


Disposition der Orgel von 1905

I. Manual: Bordun 16´, Prinzipal 8´, Hohlflöte 8´, Gambe 8´, Dolce 8´, Octave 4´, Rohrflöte 4´, Mixtur 3/4 f. 2 2/3´, Kornett 4f. 4´, Trompete 8´

II. Manual: Stillgedackt 16´, Geigenprinzipal 8´, Liebl. Gedackt 8´, Aeoline 8´, Vox caelestis 8´, Gemshorn 4´, Fernflöte 4´, Flautino 2´

Pedal: Prinzipal 16´, Violonbaß 16´, Subbaß 16´, Octavbaß 8´, Gedacktbaß 8´, Cello 8´, Posaune 16´

System: pneumatische Kegelladen
Spielhilfen: Normalkoppeln, 1 Freie Kombination, 
Feste Kombinationen p und Tutti, Rollschweller


1969

- nach der Erweiterung der St.-Joseph-Kirche und dem Bau einer neuen Orgelbühne wurde die Firma Emanuel Kemper, Lübeck, mit dem Neu- bzw. Umbau der Orgel unter weitgehender Verwendung des alten Pfeifenmaterials beauftragt.

Disposition der Orgel von 1969

Hauptwerk (II): Quintadena 16´, Prinzipal 8´, Rohrflöte 8´, Octave 4´, Koppelflöte 4´, Quinte 2 2/3´, Schwiegel 2´, Sifflöte 1´, Mixtur 6f., Trompete 8´

Schwellwerk (I): Holzflöte 8´, Spitzgamba 8´, Schwebung 8´, Prinzipal 4´, Schweizerpfeife 4´, Nasat 2 2/3´, Waldflöte 2´, Terz 1 3/5´, 
Septime 4/7´, Scharff 4f., Dulzian 16´, Krummhorn 8´, (Tremulant)

Brustwerk (III): Holzgedackt 8´, Nachthorn 4´, Prinzipal 2´, 
Quinte 1 1/3´, Zymbel 3f., Doppelregal 8´, (Tremulant)

Pedal: Kupferprinzipal 16´, Subbaß 16´, Octavbaß 8´, Spitzgedackt 8´, Choralbaß 4´, Flachflöte 2´, Mixtur 6f., Posaune 16´, Rohrschalmey 4´

System: Schleifladen mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur.

Spielhilfen: Normalkoppeln, 3 Freie Kombinationen, zusätzlich 2 Freie Pedalkombinationen, Tutti, Zungen ab


1988

- wurde die auf der Turmempore erbaute Orgel abgebrochen, da im Gesamtrenovierungskonzept der Kirche diese (Beton-)Empore abgetragen werden sollte. Die Orgel wurde von der Firma Mebold, Siegen, umgebaut und neu intoniert an der Rückwand des linken Querschiffs wieder aufgebaut.
Der Gehäuseaufbau wurde neu gestaltet. Die Mechanik für die Spieltraktur ist aus Holz neu gebaut worden. Die Motoren der Register-traktur von 1969 wurden wieder verwendet, werden jedoch von einem neuen, freistehenden Spieltisch mit elektrischen Setzern (128-fach) gesteuert.


1992

 Einweihung der neuen Orgel am Palmsonntag, 12. April.


Disposition von 1992

Hauptwerk (II): Quintade 16´, Prinzipal 8´, Rohrflöte 8´, Octave 4´, Koppelflöte 4´, Quinte 2 2/3´, Schwegel 2´, Mixtur 4f., Zimbel 2f., Cornett 3/5f., 
Trompete 8´

Schwellwerk (III): Holzflöte 8´, Spitzgambe 8´, Schwebung 8´, Prinzipal 4´, Schweizerpfeife 4´, Nasat 2 2/3´, Waldflöte 2´, 
Terz 1 3/5´, Sifflöte 1´, Scharff 4f., Dulcian 16´, Oboe 8´, (Tremulant)

Positiv (I): Gedackt 8´, Praestant 4´, Nachthorn 4´, Sesquialter 2f., Octave 2´, Quinte 1 1/3´, Zimbel 3f., Doppelregal 8´, (Tremulant)

Pedal: Prinzipal 16´, Subbaß 16´, Quinte 10 2/3´, Octave 8´, Spitzgedackt 8´, Choralbaß 4´, Mixtur 6f., Posaune 16´, 

Schalmey 4´

Normalkoppeln Pos/HW, SW/HW, SW/Pos, Pos/Ped, HW/Ped, SW/Ped, Super SW/Ped

Änderungen nach 1992

Positiv: Das Doppelregal 8´wurde durch Vox humana 8´ersetzt.
Pedal: Die Mixtur wurde durch Trompete 8´ersetzt.

Im Dezember 1998 wurden zwei Zimbelsterne an der Orgel angebracht, als „Sonne“ über dem Hauptwerk und als „Stern“ über dem Positiv.